Warum ein Trauer Café?

«Wieso sollte ich im Trauer Café mit fremden Menschen über meine Trauer reden?»

Weil Ihr Umfeld vielleicht nichts mehr über Ihre Trauer hören möchte. Oder Ihre Leute nicht begreifen, dass es Ihnen im einen Moment gut geht und Sie im nächsten nur noch traurig sind. Die Menschen im Trauer Café verstehen Ihre Situation, sie befanden sich selber darin.

Stimmen aus dem Trauer Café:

Weil Sie im Trauer Café auch wütend auf Ihren verstorbenen Menschen sein dürfen, Erleichterung über seinen Tod verspüren oder herzhaft über ihn lachen dürfen.

Weil Ihre Freund*innen abweisend reagieren und Sie nicht mehr zu sich einladen.

Weil Sie die Floskeln: "Die Zeit heilt wunden" oder "Das Leben geht weiter" oder "Du bist noch jung, du wirst bald wieder jemanden finden", nicht mehr hören können.

Darum das offene Tauer Café Bern

Ein «Trauer Café» beschreibt die Form des Zusammenkommens. Im Gegensatz zu einem Workshops verpflichtet sich niemand zu einer fixen Anzahl Besuche, man kann einmal, zwei mal kommen und dann eine längere Zeit nicht mehr. Trauer Café ist auch keine eigentliche Selbsthilfegruppe sonden eine professionell geleitete Zusammenkunft. Zwischendurch bereiten wir Themen für einen Abend vor aber immer bestimmt die Gruppe, worüber wir reden! Der Besuch des Trauer Cafés ist somit noch niederschwelliger und findet nicht in einer Beiz statt. Zu uns dürfen alle kommen, die einen Verlust jeglicher Art erlitten haben: Mensch, Arbeit, Gesundheit, Vision, Wunsch etc.

In unserer Gesellschaft sind die Traditionen rund um die Trauer verloren gegangen. Die schwarze Trauerkleidung beispielsweise hat signalisiert: «Ich bin in Trauer, geht sorgsam mit mir um.» Hinterbliebene müssen heute oft festellen, dass nach Monaten der Trauer ihr Umfeld  mit Ungeduld oder Unverständnis reagiert. Im schlimmsten Fall bekommen sie Sätze wie: «Du bist immer noch traurig?» oder «Die Zeit heilt alle Wunden» zu hören. Wer schon einmal getrauert hat, weiss, wie schmerzhaft sich das anhört, wie unverstanden man sich fühlt.

Der Tod wird tabuisiert, das ist normal. Die Trauer aber auch und das ist nicht ideal.

Darum haben wir das Trauer Café gegründet: Vereint in der Trauer kommen Menschen unverbindlich zusammen, erhalten Aufmerksamkeit, Zeit und eine Zuhörerschaft von Gleichbetroffenen.text[/expander_maker]

Jeden zweiten Mittwoch des Monats (immer in der ungeraden Woche). Der Trauerforscher Jorgos Canacakis sagt: «Die Trauer ist eine anspruchsvolle Dame, die gesehen, gehört und bestätigt werden will». Eine wahrgenommene Trauer kann sich auflösen, auch noch Jahre nach einem Todesfall.

Das Trauer Café ist eine offene Runde in der sich alle einbringen können. Wir sind offen für alle Menschen aller Religionen oder Philosophien.