Darum ein Trauer Café

Was soll das? Trauern in einem Café? Mit anderen mir unbekannten Menschen über meine Trauer reden?

Ja, genau! Ein «Trauer Café» beschreibt die Form des Zusammenkommens. Im Gegensatz zu einem Workshops verpflichtet sich niemand zu einer fixen Anzahl Besuche, man kann einmal, zwei mal kommen und dann auch eine längere Zeit nicht mehr. Trauer Café ist auch keine Selbsthilfegruppe sonden eine professionell geleitete Zusammenkunft. Seit 2019 werden zwar keine Themen mehr für einen Abend vorbereitet, dafür aber zwei mal monatlich durchgeführt. Der Besuch des Trauer Cafés ist somit noch niederschwelliger und findet nicht in einer Beiz statt.

In unserer Gesellschaft sind die Traditionen rund um die Trauer verloren gegangen. Die schwarze Trauerkleidung beispielsweise hat signalisiert: «Ich bin in Trauer, geht sorgsam mit mir um.» Hinterbliebene müssen heute oft festellen, dass nach Monaten der Trauer ihr Umfeld  mit Ungeduld oder Unverständnis reagiert. Im schlimmsten Fall bekommen sie Sätze wie: «Du bist immer noch traurig?» oder «Jetzt lebe doch endlich wieder!» oder «Die Zeit heilt alle Wunden» zu hören. Wer schon einmal getrauert hat, weiss, wie schmerzhaft sich das anhört, wie unverstanden man sich fühlt.

Der Tod wird tabuisiert, das ist normal. Die Trauer aber auch und das ist nicht ideal.

Darum haben wir das Trauer Café gegründet: Vereint in der Trauer kommen Menschen unverbindlich zusammen, erhalten Aufmerksamkeit, Zeit und eine Zuhörerschaft. Jeden zweiten Mittwoch des Monats (immer in der ungeraden Woche). Der Trauerforscher Jorgos Canacakis sagt: «Die Trauer ist eine anspruchsvolle Dame, die gesehen, gehört und bestätigt werden will». Eine wahrgenommene Trauer kann sich auflösen, auch noch Jahre nach einem Todesfall.

Das Trauer Café ist eine offene Runde in der sich alle einbringen können. Wir offen für alle Menschen aller Religionen oder Philosophien.